Wir müssen das Gute feiern – warum Rituale feiern unser Herz erinnert
- Andrea Scholaster
- 15. Jan.
- 3 Min. Lesezeit
Wir leben in einer Zeit, in der vieles geschieht – und doch wenig wirklich ankommt.Kaum ist ein Moment erlebt, sind wir schon beim nächsten. Kaum etwas gelungen, richtet sich der Blick auf das, was noch fehlt. Selbst das Gute, das Tragende, das Gelungene wird oft nur gestreift.
Dabei liegt hier eine tiefe Wahrheit verborgen:
Das Leben will nicht nur gelebt, sondern bewusst gewürdigt werden.
Ohne diese Würdigung bleibt selbst die größte Freude flüchtig. Sie berührt uns – aber sie sinkt nicht ein. Sie geschieht – aber sie verankert sich nicht.
Rituale feiern ist deshalb kein Luxus.Es ist eine menschliche Notwendigkeit.

Warum Rituale feiern unser Nervensystem stärkt
Die Hirnforschung beschreibt ein gut belegtes Phänomen: den sogenannten Negativity Bias. Unser Gehirn speichert negative Erfahrungen stärker als positive. Gefahren, Verluste und Fehler prägen sich tiefer ein – ein evolutionärer Schutzmechanismus.
Positive Erfahrungen hingegen brauchen bewusste Aufmerksamkeit, um im Nervensystem zu bleiben. Studien zeigen: Erst wenn wir innehalten, benennen, teilen und würdigen, werden gute Erlebnisse nachhaltig gespeichert.
Feiern ist genau dieses Innehalten.Ein bewusstes Verweilen gegen das Vergessen.
Wenn wir feiern, reguliert sich das Nervensystem. Bindungshormone wie Oxytocin werden ausgeschüttet. Sicherheit, Sinn und Zugehörigkeit werden spürbar. Das Erlebte sinkt vom Kopf in den Körper – und wird Teil unserer inneren Geschichte.
Rituale feiern als Gefäße für Erinnerung und Sinn
Rituale sind die älteste Form des Feierns.Nicht als Inszenierung, sondern als bewusste Setzung von Bedeutung.
Als Ritualmeisterin begleite ich seit vielen Jahren Menschen durch Lebensübergänge:Lebensfeste für Kinder, freie Taufen, Segnungen, schamanische Trauungen, Erneuerungen von Trauversprechen – und Rituale für Frauen in Wandlungszeiten wie den Wechseljahren.
Immer wieder zeigt sich:Nicht das Große wirkt.Sondern das Bewusste.
Ein Ritual sagt:Dieser Moment zählt.Das hier ist nicht austauschbar.
Es schafft einen Raum, in dem das Leben nicht einfach weiterzieht, sondern kurz innehält – damit etwas sich setzen kann.
Ein Kind zu feiern heißt, es wirklich willkommen zu heißen
Ein Lebensfest für ein Kind ist weit mehr als eine schöne Zeremonie.Es ist ein bewusstes Willkommen – jenseits religiöser Vorgaben, aber tief verwurzelt im Menschlichen.
Ein Moment, in dem Eltern, Familie und Gemeinschaft bezeugen:Du bist da. Du bist gemeint. Du gehörst zu uns.
Solche Rituale schenken Orientierung – dem Kind ebenso wie den Erwachsenen.Sie verankern Zugehörigkeit nicht als Idee, sondern als Erfahrung.

Auch Beziehungen brauchen Würdigung
Im Trubel des Alltags geht die bewusste Ehrung der Partnerschaft oft verloren.Nicht, weil die Liebe fehlt – sondern weil sie selbstverständlich geworden ist.
Die Erneuerung von Trauversprechen ist deshalb kein Zeichen von Krise, sondern von Bewusstsein. Sie ist ein Innehalten auf dem gemeinsamen Weg. Ein Raum, um zurückzuschauen, zu würdigen, was getragen hat – und neu Ja zu sagen.
Nicht aus Pflicht.Sondern aus Präsenz.
Ob in einem Garten, in einem stillen Kreis, im kleinen oder größeren Rahmen – es braucht keine große Inszenierung. Es braucht Wahrhaftigkeit.
Feiern bedeutet hier:Ich sehe dich.Ich ehre unseren Weg.Ich entscheide mich – heute.

Die Wechseljahre – ein Übergang, der gefeiert werden darf
Die Wechseljahre sind ein tiefgreifender Übergang im Leben einer Frau – und zugleich einer der am wenigsten gewürdigten. Oft werden sie funktional begleitet oder still durchlebt. Was fehlt, ist der Ritualraum.
Dabei sind die Wechseljahre kein Verlust.Sie sind eine Schwelle.Ein Übergang in eine neue innere Autorität.
Ein Blessing in dieser Lebensphase kann helfen, diesen Wandel bewusst zu markieren:das Vergangene zu würdigen, das Gelebte zu ehren und sich selbst in einer neuen Qualität zu empfangen.
Viele Frauen erleben es als tief stärkend, diesen Übergang nicht allein zu gehen, sondern gesehen, gehalten und gesegnet zu werden. Ein Ritual macht aus einer vermeintlichen Krise eine Initiation.
Rituale feiern als bewusste Gegenbewegung
In einer Welt, die ständig nach dem Nächsten greift, ist Feiern eine bewusste Gegenbewegung.Es unterbricht das Weiter, Schneller, Mehr.
Rituale holen uns aus dem Kopf zurück in den Körper. Sie schaffen Verbindung – mit uns selbst, miteinander und mit dem Leben. Sie geben Übergängen einen Raum, statt sie nur zu überstehen.

Eine Einladung
Ich lade dich ein, zu feiern. Nicht erst das Große.Nicht erst das Vollendete.
Was in deinem Leben möchte gewürdigt werden?Was darf gesehen, benannt und geehrt werden?
Wenn du spürst, dass du selbst einen Übergang bewusst feiern möchtest – für dich, dein Kind, deine Beziehung oder eine Wandlungszeit – begleite ich dich gerne in einem individuellen Ritualraum.
👉 Rituale & Begleitungen findest du hier:www.deinegefaehrtin.de
Und wenn du selbst den Ruf spürst, Rituale nicht nur zu erleben, sondern sie fundiert und verkörpert weiterzugeben, öffnet die Fortbildungsreihe HOLY BLESSING einen tiefen Erfahrungs- und Lernraum für Ritualpraxis, Haltung und Wirksamkeit.
👉 Zur Fortbildung HOLY BLESSING: www.deinegefaehrtin.de
Was wir feiern, bleibt.Und was wir würdigen, erinnert unser Herz.
💛 Von Herz zu Herz - Andrea – Deine Gefährtin
Expertin für Lebensübergänge
Ritualmeisterin
Schamanische Heilarbeit







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